Web-Seminar "Bilanzen entlasten – Projektfinanzierung und Off-Balance-Strukturen für Stadtwerke"

Der Investitionsbedarf der Energiewende übersteigt die Bilanzkraft vieler Stadtwerke. Die Projektfinanzierung verlagert den Blick der Kapitalgeber von der Bilanz auf den Cashflow des einzelnen Vorhabens – und schafft so Spielraum, wo Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad an ihre Grenzen stoßen.

Fr. 25.09.2026 10:30 - 12:00 Uhr
Ort: Die Veranstaltung findet digital statt.
Kostenlos anmelden

Inhalte des Web-Seminars:

Die Energie- und Wärmewende stellt kommunale Versorger vor eine Finanzierungsaufgabe von historischem Ausmaß. Allein für Strom- und Gasverteilnetze sowie die netzgebundene Wärmeversorgung beziffert eine im Auftrag der KfW erstellte PwC-Studie den Investitionsbedarf auf rund 535 Mrd. EUR bis 2045 – rund zwei Drittel davon fallen bereits bis 2035 an. Nach Abzug von Innenfinanzierung und Zuschüssen verbleibt eine Finanzierungslücke von 346 Mrd. EUR.

Die klassische Unternehmensfinanzierung stößt dabei an ihre Grenzen. Banken bemessen die Verschuldungskapazität eines Stadtwerks an Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad und Kapitaldienstfähigkeit – Spielräume, die viele kommunale Versorger bereits weitgehend ausgeschöpft haben. Die Kommunen als Gesellschafter können das erforderliche zusätzliche Eigenkapital angesichts angespannter Haushalte meist nicht bereitstellen.

Das Web-Seminar zeigt einen Weg, der an dieser Stelle ansetzt: Nicht das Unternehmen wird finanziert, sondern das einzelne Projekt. Eine eigene Projektgesellschaft nimmt das Fremdkapital auf, der Kapitaldienst wird aus vertraglich abgesicherten Projekt-Cashflows bedient, der Rückgriff auf das Stadtwerk ist ausgeschlossen oder klar begrenzt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie weit diese Strukturen die Bilanz tatsächlich entlasten – auf Ebene der Einzelbilanz ebenso wie im Konzernabschluss.

  • Bilanz- und Kreditgrenzen: Warum Eigenkapitalquote und dynamischer Verschuldungsgrad vieler kommunaler Versorger bis Ende der 2030er Jahre unter Druck geraten – und was Banken daraus ableiten.
  • Modellrechnung 2025–2045: Entwicklung von Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad eines mittelgroßen Stadtwerks von 2025 bis 2045, mit und ohne anteilige Auslagerung der Investitionen.
  • Das Grundprinzip: Projektgesellschaft, Cashflow-Orientierung, Ring-Fencing und Rückgriffsbegrenzung – die vier Bausteine kompakt erklärt.
  • Off-Balance: Wann Projektgesellschaft und Verbindlichkeiten auch aus dem Konzernabschluss fallen: Beherrschung als Maßstab (§ 290 HGB, IFRS 10), Beteiligungs- und Gremienstruktur, Abstimmung mit dem Wirtschaftsprüfer.
  • Kapital ohne Mitsprache am Stadtwerk: Wie sich Co-Investoren, Fonds-, Bürger- und Mezzaninekapital auf Projektebene einbinden lassen, ohne die Gesellschafter- und Governance-Struktur des Stadtwerks zu berühren.
  • Entscheidungshilfe und Grenzen: Fünf Prüfkriterien für die erste Einschätzung eines Vorhabens sowie die Fallstricke bei der Herauslösung von Bestandsassets aus der bestehenden Unternehmensfinanzierung.

Zielgruppe:

Das Web-Seminar richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Stadtwerken, kommunalen Energieversorgungs- und Infrastrukturunternehmen sowie deren Gesellschaftern, insbesondere aus den Bereichen:

  • Geschäftsführung und Kaufmännische Leitung
  • Finanzen, Treasury und Rechnungswesen
  • Controlling und Unternehmensplanung
  • Unternehmensentwicklung, Strategie und Beteiligungsmanagement
  • Projektentwicklung Erneuerbare Energien und Wärme

Angesprochen sind ebenso Vertreterinnen und Vertreter kommunaler Gesellschafter und Aufsichtsgremien, die Finanzierungsentscheidungen zu begleiten haben. Vorkenntnisse in der Projektfinanzierung sind nicht erforderlich; die Grundbegriffe werden im Web-Seminar eingeführt.

Venue

51.34247795, 12.373509875114

Veranstaltungsort

Die Veranstaltung findet digital statt.