Stadtwerk der Zukunft 3.0: Neue Expertenstudie zeigt Wege zu strategischer Handlungsfähigkeit in der permanenten VUCA-Welt
Mehr als 40 Geschäftsführende, 14 Zukunftsthesen und ein „Strategisches Haus“: Die Energieforen aktualisieren ihre Expertenstudie und zeigen, wie Stadtwerke unter geopolitischem, wirtschaftlichem, regulatorischem und technologischem Druck handlungsfähig bleiben.
[Leipzig, 17. Juli 2026] Stadtwerke und regionale Versorgungsunternehmen bewegen sich in einem Marktumfeld, in dem Veränderungen immer schneller aufeinanderfolgen und sich gegenseitig verstärken. Geopolitische Krisen, neue Zoll- und Handelskonflikte, eine angespannte wirtschaftliche Lage, volatile Energiemärkte, wachsende Infrastrukturbedarfe und der globale Technologiewettbewerb wirken heute unmittelbar auf Beschaffung, Preise, Lieferketten, Investitionen, Liquidität und Versorgungssicherheit.
Vor diesem Hintergrund haben die Energieforen ihre Expertenstudie „Stadtwerk der Zukunft“ grundlegend aktualisiert. Für die dritte Auflage wurden mehr als 40 Geschäftsführende aus der Energie- und Versorgungswirtschaft dazu befragt, welche Trends und Herausforderungen ihre Unternehmen prägen und wie das Stadtwerk der Zukunft strategisch aufgestellt sein muss. Die Ergebnisse wurden in 14 Thesen und Leitsätzen, konkreten Lösungsansätzen sowie dem Modell eines „Strategischen Hauses“ zusammengeführt.
Von der Krisenbewältigung zur dauerhaften Krisenfestigkeit
Die 2023 veröffentlichte Vorgängerstudie entstand unter dem Eindruck der Corona-Pandemie, des Krieges in der Ukraine und der Energiepreiskrise. Seitdem hat sich die Transformationsgeschwindigkeit weiter erhöht. Geopolitische Entwicklungen können nicht mehr ausschließlich als vorübergehender Ausnahmezustand verstanden werden, sondern werden zunehmend zum dauerhaften Bestandteil der strategischen Unternehmensführung.
Die neue Studie trägt dieser immer schnelleren VUCA-Welt Rechnung – einem Umfeld, das durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit geprägt ist. Klassisches Risikomanagement und starre Strategieprozesse stoßen darin zunehmend an ihre Grenzen. Stadtwerke benötigen Strategien, die Orientierung geben, zugleich aber kontinuierlich überprüft und an neue Entwicklungen angepasst werden können.
Das versorgungspolitische Dreieck wird zum Viereck
Eine zentrale Erkenntnis der aktualisierten Studie ist die Erweiterung des versorgungspolitischen Dreiecks. Neben Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit gewinnt die gesellschaftliche Akzeptanz als vierte Dimension erheblich an Bedeutung.
Steigende Kosten, hohe Investitionsbedarfe sowie der Umbau von Strom-, Wärme- und Mobilitätsinfrastrukturen wirken unmittelbar auf Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen. Transformationsprojekte müssen daher nicht nur technisch umsetzbar und wirtschaftlich tragfähig sein. Sie müssen auch gesellschaftlich vermittelt, politisch getragen und langfristig finanzierbar werden.
„Entscheiderinnen und Entscheider in den Bereichen Geschäftsführung und Finanzen müssen jetzt bereit sein, ihre Organisationen gemeinsam weiterzuentwickeln. Von zentraler Bedeutung ist auch der Schulterschluss mit den kommunalen Gesellschaftern, da Finanzierungsmodelle über Projektgesellschaften als On- oder Off-Balance-Lösung notwendig sein werden“, unterstreicht Tobias Frevel, Geschäftsführer der Energieforen.
Für Stadtwerke folgt daraus eine erweiterte Rolle als kommunaler Orchestrator, der Planung, Finanzierung, technische Umsetzung, Bürgerbeteiligung und Kommunikation miteinander verbindet.
Neue Ertragsstrukturen und digitale Exzellenz
Auch das klassische Energiegeschäft verändert sich grundlegend. Gassubstitution, der Ausbau dezentraler Photovoltaik, volatile Beschaffungskosten, sinkende Margen und neue Wettbewerber reduzieren die Planbarkeit des Commodity-Geschäfts. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Netze und Anschlusskapazitäten, unter anderem durch Rechenzentren, Speicher, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur.
Stadtwerke müssen daher neue Wertschöpfung in den Bereichen Wärme, Mobilität, Speicher, Flexibilität, energienahe Dienstleistungen und Plattformmodelle aufbauen. Regulatorische Pflichten müssen effizient erfüllt werden, dürfen aber nicht die gesamte strategische Energie der Organisation binden.
Zugleich werden Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zu grundlegenden Voraussetzungen für die Wettbewerbs- und Handlungsfähigkeit. Sie dürfen jedoch nicht als reine IT-Themen verstanden werden, sondern erfordern Veränderungen bei Prozessen, Führung, Unternehmenskultur, Datenqualität und Kompetenzen.
14 Thesen als Navigationssystem
Die Expertenstudie „Stadtwerk der Zukunft 3.0“ versteht sich nicht als starre Prognose. Sie bietet vielmehr ein Navigationssystem für die unternehmensindividuelle Strategiearbeit.
Die Perspektiven der befragten Geschäftsführenden werden in 14 Thesen und Leitsätzen gebündelt und durch Lösungsansätze ergänzt. Das „Stadtwerk der Zukunft-Haus“ zeigt, wie Stadtwerke ihre strategischen Ziele mit Geschäftsmodellen, Organisation, Prozessen, Kompetenzen und konkreten Maßnahmen verbinden können.
Die Ergebnisse der Expertenstudie werden am 28. August 2026 von 9:00 bis 10:00 Uhr in einem kostenfreien Web-Seminar vorgestellt.
Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie unter www.energieforen.de
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