Kollaborative Zusammenarbeit durch den Trendradar

Der Energie-Trendradar ist ein geeignetes Tool, um Innovations- und Strategieprozesse in Energievertrieben zu unterstützen.

Typ:
Blogartikel
Rubrik:
Analytik und IT
Themen:
Trend Energiemarkt
Kollaborative Zusammenarbeit durch den Trendradar

Alles begann im Januar 2020 mit einem Workshop in den Räumen der damaligen DREWAG und ENSO: Die Energieforen waren eingeladen, die Beta-Version des Energie-Trendradars vorzustellen und mögliche Anwendungsfelder zu diskutieren. Aus dem Termin heraus ergab sich viel hilfreiches Feedback zum Tool, welches direkt in die Weiterentwicklung einfließen konnte.

Über einen längeren Zeitraum wurde klar, dass der Energie-Trendradar ein geeignetes Tool sein könnte, um den Innovations- und Strategieprozess des Energievertriebes bei der heutigen SachsenEnergie AG zu unterstützen. Doch Trends und Innovationen werden im Energievertrieb bei der SachsenEnergie AG nicht alleine und im stillen Kämmerlein entwickelt – hier sind kollaboratives Arbeiten und Teamwork etabliert und gefragt. Daraus entwickelte sich bei der SachsenEnergie AG die Idee, den Energie-Trendradar, um eine Kollaborationsfunktion für Teamarbeit, zu erweitern. Im Rahmen eines weiteren – inzwischen pandemiebedingt virtuellen – Workshops konnten konkretere Anforderungen gemeinsam erarbeitet werden und eine Entwicklungspartnerschaft war geboren.

Ziel der neuen Funktion sollte es sein, dass interdisziplinäre Teams der SachsenEnergie gemeinsam Trends für den Energievertrieb bewerten können. Dazu sollte jedes Teammitglied die Möglichkeit haben, eine eigene Einschätzung zur Relevanz der Trends für die Marktrolle Energievertrieb abzugeben. Mit diesem ersten Zielbild konnten die Energieforen in die Entwicklung eines Prototyps gehen.

Ein iteratives Vorgehen mit mehreren Prototypen und Dummies war dabei essenziell, um ein möglichst nutzerfreundliches Ergebnis zu erzielen, das an den Anforderungen der SachsenEnergie AG ausgerichtet war. Dazu gab es beispielsweise im ersten Schritt ein Mock-up, in dem mehrere Alternativen zur Nutzeroberfläche skizziert wurden. Diese wurden anschließend gemeinsam mit der SachsenEnergie AG diskutiert und ausgewertet.

Drop Down Menü

Um mehr als nur vier Phasen zur Bewertung anzubieten, fiel die Entscheidung dann aber doch auf eine Skala mit Zwischenstufen und Schieberegler. Auch ergab sich eine Diskussion darüber, was passieren sollte, wenn die Teammitglieder alle Trends bewertet hatten: Sollte der Trend seine Form verändern? Sich eventuell sogar automatisch verschieben? In der Beantwortung dieser Fragen spielten mehrere Faktoren eine Rolle: Trends sollten weiterhin nur manuell verschiebbar bleiben, sodass eine automatische Neuverortung der Trends schließlich ausgeschlossen wurde. Dazu sollte auch eine Validierung der Ergebnisse durch den Administrator möglich sein, beispielsweise im Rahmen eines Workshops im Team, um die Bewertungsergebnisse noch einmal zu diskutieren.

Im November 2020 konnte die Entwicklung abgeschlossen und das Tool mit der neuen Funktion an die SachsenEnergie AG übergeben werden. Diese setzt den Trendradar nun vorrangig im Energievertrieb für das strategische Marketing und den Innovationsentwicklungsprozess ein. Eine Erweiterung des Tooleinsatzes auf weitere Marktrollen und die Gesamtstrategie wird aktuell bei der SachsenEnergie AG geprüft.

In einem ersten Testlauf durch das strategische Marketing im Herbst 2020 erntete die neue Kollaborationsfunktion sehr positives Feedback bei der SachsenEnergie AG. Seit dem 1. Februar 2021 ist das Tool mit der erweiterten Funktion nun auch für alle Kunden mit einer „Premium Individuell“-Lizenz live.

Der Kollaborationsprozess in der Praxis

Max Mustermann und sein Vertriebsteam möchten neue Produktideen für die Stadtwerke Musterstadt entwickeln. Dazu nehmen sie sich den Trendradar vor und werten gemeinsam aus, welche Trends für sie besonders wichtig sind. Zuerst befassen sie sich in einem Workshop mit allen möglichen Trends und diskutieren gemeinsam deren Auswirkungen. In einem zweiten Schritt bewertet jedes Teammitglied alle Trends individuell für sich. Der Radar berechnet fortlaufend den Durchschnitt der abgegebenen Bewertungen und empfiehlt die Verschiebung des jeweiligen Trends an eine neue Stelle. Dies geschieht, indem sich der Trend in einen Pfeil verwandelt, der in die Richtung der neuen Position zeigt (siehe Abbildung).

Trendradar

Sobald die Bewertungsrunde abgeschlossen ist, können Max und sein Team vergleichen, wie sich die eigenen Bewertungen im Verhältnis zu denen der Energieforen unterscheiden. In einem zweiten Workshop kommt das Team wieder zusammen und diskutiert mehrere Aspekte: Gibt es Trends, bei denen große Meinungsunterschiede entstanden sind? Wird der berechnete Durchschnitt diesen Einschätzungen gerecht oder kann sich auf eine gemeinsame Einschätzung geeinigt werden? Währenddessen zieht der Administrator (Max) jeden besprochenen Trend auf die neue Position. Dadurch wird klar, welche Trends bereits diskutiert wurden und welche noch ausstehen. Anschließend überschreibt Max den alten Wert, insofern sich auf einen neuen Wert geeinigt wurde. Am Schluss ergibt sich ein neuer, individuell auf das Vertriebsteam angepasster, Radar. Max und seine Kollegen können auf einen Blick sehen, mit welchen Trends sie sich zuerst befassen sollten und welche vielleicht noch etwas länger Zeit haben.

Weitere Neuerungen beim Trendradar

Am 26. Februar 2021 wurde ein neues inhaltliches Update eingestellt. Es gibt brandneue Trends, neue Use Cases und eine tiefere Analyse von deren Auswirkungen auf die Energiewirtschaft. Dabei wurden die Auswirkungen spezifisch auf die verschiedenen Wertschöpfungsstufen eines Energieversorgers heruntergebrochen und durch das Expertenpanel neu bewertet. Zusätzlich sind die Ergebnisse der Studie Kunde-Stadt-Werk eingeflossen. Die neuen Inhalte erhalten alle Nutzer automatisch am 26. Februar im Energie-Trendradar. Weitere Informationen dazu, wie wir Sie bei der Arbeit mit Trends unterstützen können, finden Sie auf unserer Website.

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