Wie halten Unternehmen 2026 ihre Strategie auf Kurs?
Die einzige Konstante ist der Wandel. Was sich wie eine abgedroschene Phrase anhört, ist für Unternehmen der Energiebranche im Jahr 2026 tägliche Realität. Ein dynamisches Marktumfeld – geprägt von weltpolitischen Verschiebungen, technologischen Sprüngen wie GenAI und einem stetigen Drang zur Nachhaltigkeit oder auch teilweise entgegengesetzten Bewegungen, wie die Verschiebung der CO2-Bepreisung der EU – zeigt: Veränderung ist unser ständiger Begleiter. Starre, in Stein gemeißelte Fünfjahrespläne? Ein Relikt aus der Vergangenheit. Doch wie können Energieversorger ihre Strategie so gestalten, dass sie nicht nur ein Plan für die Zukunft ist, sondern ein lebendiges, aktuelles System, das sich anpasst und weiterentwickelt?
Das Werkzeug für den Wandel: Das Leipziger Zukunftsmodell
Wie also gelingt es, Trends und Veränderungen nicht nur zu beobachten, sondern aktiv in die eigene Strategie zu integrieren? Eine praxiserprobte Antwort darauf liefert das Leipziger Zukunftsmodell. Es dient als systematischer Kompass, um einen End-to-End-Prozess für Trends im Unternehmen zu etablieren und diesen fest mit der Strategieentwicklung zu verzahnen.
Das Modell gliedert sich in vier klar definierte Phasen mit 45 Templates und Praxisbeispielen, die Unternehmen dabei unterstützen, vom reinen Reagieren ins proaktive Gestalten im für sie richtigen Moment (Gewinner sind meist die First Follower) zu kommen:
Phase 1: Identifizieren – Das Rauschen vom Signal trennen
Hier geht es darum, relevante Trends zu erkennen. Welche Entwicklungen haben das Potenzial, die eigene Branche und das eigene Unternehmen grundlegend zu verändern? Mittels systematischer Trend-Scoutings und Trend-Radare wird ein breites Spektrum an potenziellen Trends gesammelt. Diese werden nach Relevanz bewertet und priorisiert.
Einblick in den EFL-Trendradar. Weitere Informationen hier
Phase 2: Übersetzen – Was bedeutet das für uns?
Ein Trend an sich hat noch keinen Wert. Erst die Übersetzung in den unternehmensspezifischen Kontext macht ihn greifbar. In dieser Phase werden die priorisierten Trends auf ihre konkreten Auswirkungen bspw. auf die Wertschöpfungsstufen hin analysiert. Ein nützliches Werkzeug hierfür ist die Trend-Wirkungs-Matrix, mit der die Stärke der Auswirkungen auf verschiedene Unternehmensbereiche objektiv bewertet und mit einer Heatmap visualisiert werden kann.
Die Auswirkungen der Trends auf die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette werden näher beschrieben und sich daraus ergebende Chancen und Risiken festgehalten. Aus diesen Chancen und Risiken werden Handlungsfelder abgeleitet und mit konkreten Ideen für Maßnahmen und Projekte unterlegt.
Phase 3: Gestalten – Vom Wissen zum Handeln kommen
Welche Maßnahmen oder Projekte versprechen den größten Nutzen? Was ist realistisch umsetzbar? Die Nutzen-Machbarkeits-Matrix hilft dabei, die entwickelten Ideen zu bewerten sowie die erfolgversprechendsten Initiativen für die Umsetzung auszuwählen und untereinander anhand von Nutzen- und Machbarkeitskriterien (bspw. Ressourcenbindung, IT-Infrastruktur oder finanzieller Aufwand) zu priorisieren.
Auf Handlungsfeldebene kann diese Matrix die Grundlage bilden, um bei fortlaufender Strategiesteuerung flexibel zu agieren. Bei den unterjährigen Überprüfungen während der Strategieumsetzung können aufgrund von Marktentwicklungen und Trendänderungen weitere Handlungsfelder identifiziert werden. Dank der einheitlich definierten Priorisierungskriterien für Machbarkeit und Nutzen können diese Handlungsfelder einfach in die bestehende Matrix integriert werden und sind direkt priorisiert, ohne dass alle Handlungsfelder erneut gegeneinander abgewogen werden müssen.
Sie brauchen Unterstützung im Strategiesteuerungsprozess? Weitere Informationen finden Sie hier.
Phase 4: Umsetzen – Die Strategie auf die Straße bringen
In der letzten Phase geht es um die konkrete Implementierung der erarbeiteten Lösungen. Das bedeutet nicht nur, Projekte aufzusetzen, sondern vor allem, die Menschen im Unternehmen mitzunehmen und den Wandel aktiv zu begleiten.
Fazit: Das Stadtwerk als Zukunftsgestalter
Mit Werkzeugen wie dem Leipziger Zukunftsmodell wird die Strategiearbeit von einer starren, jährlichen Aufgabe zu einem dynamischen, integrierten Prozess. So können Unternehmen nicht nur auf Veränderungen reagieren, sondern die Zukunft aktiv gestalten.
Mehr zum Leipziger Zukunftsmodell finden Sie hier:
https://www.energieforen.de/leipziger-zukunftsmodell
https://www.leipzigerzukunftsmodell.de/
In einer immer komplexeren Energiewelt wächst die Notwendigkeit für einen Akteur, der die verschiedenen Stakeholder – von der Kommune über die Industrie bis zu den Bürgern – miteinander verbindet und die Energiewende vor Ort orchestriert. Hier liegt die große Chance für Stadtwerke: Sie können zum attraktiven Zukunftsgestalter einer nachhaltigen Lebenswelt werden.
Der Weg dorthin erfordert eine wandlungsfähige und resiliente Unternehmenskultur, die auf digitalen Exzellenzen und Kooperationen aufbaut. Das Fundament dafür sind die Mitarbeitenden. Externe Unterstützung, beispielsweise durch die Expertise der Energieforen Leipzig, kann dabei helfen, die notwendige Organisationsentwicklung anzustoßen und die Weichen richtig zu stellen.